They are Billions - (c) Numantion Games
Gaming Reviews

They are Billions – Mehr als nur Starcraft mit Zombies

Von
am
25. Dezember 2018

Bogenschützen lassen einen Hagel aus Pfeilen auf die Feinde regnen, von Energie pulsierende Türme schießen zuckende Blitze in die Massen aus anstürmenden Angreifern. Wälle erzittern während Welle um Welle aus Körpern an ihnen zerschellen. Untote stapeln sich auf noch mehr Untoten, und es scheint niemals enden zu wollen – Es sind Billionen!

Steamcraft: Punkwar

Man kann einige Parallelen zwischen They are Billions und dem zuletzt von mir beleuchtetem Spiel Frostpunk ziehen: Beide Titel präsentieren sich in einer Steam Punk-Ästhetik und sind eine Mischung aus Survival und Strategie. Doch während Frostpunk im Genre der Aufbausimulation angesiedelt ist, fällt They are Billions in die Echtzeitstrategie-Sparte. Es erinnert besonders an den RTS-Meilenstein Starcraft. Das ist auch kein Zufall. Das gesamte Gameplay von The are Billions ist eine der ikonischten Missionen aus der Terraner-Kampagne angelehnt.

Ähnlich wie im Blizzzard-Titel baut ihr Gebäude, um unterschiedliche Ressourcen zu sammeln. In diesem Fall unter anderem Holz, Steine, Nahrung und Arbeiter, um die unterschiedlichen Gebäude zu betreiben. Es ensteht dabei ein spannender Tanz zwischen dem optimalen Nutzen eurer Materialien und dem erweitern eurer Kolonie mit weiteren Funktionen und Gebäuden. Es fehlt immer an etwas, und die Planung welche Schritte als nächstes notwendig sind, um Wohnhäuser, Steinmetze und Fischerhütten zu bauen motiviert ungemein. Gepaart ist das Ganze mit einem Zeitlimit. Die Welt von They are Billions ist von Untoten bevölkert, die durch die Einöden wandern. Zuerst stellen die einzelnen Zombies keine Bedrohung dar. In regelmäßigen Abständen stürmen allerdings Horden von Feinden aus einer der vier Himmelsrichtungen auf eure Basis zu. Und wenn es soweit ist, sollte eure Verteidigung bereit sein.

Hinzukommt, dass ihr in jeder neuen Runde von They are Billions mit einer unbekannten Umgebung zu kämpfen habt. Die Karten werden bei jedem Spielstart neu generiert. Das führt zwar dazu, dass manche Runden aufgrund von schwer erreichbaren Ressourcen ungewinnbar wirken, aber auch für eine frische Herausforderung beim Start jedes Szenarios.

Im Laufe einer Partie wird eure Kolonie immer weiter wachsen. An bestimmten Meilensteinen ist es euch möglich Bürgermeister zu wählen. Ihr könnt in jeder Periode zwischen zwei Kandidaten wählen, die unterschiedliche Boni mit sich bringen. Das kann eine schnellere Produktion von Ressourcen, eine Vergünstigung von Kosten oder kostenfreie Truppen oder Bauten sein. Genau wie das Spielfeld sind auch die Bürgermeister in jeder Runde zufällig bestimmt.

Der Schwierigkeitsgrad von They are Billions lässt sich über unterschiedliche Parameter frei einstellen. Umso schwerer eurer Szenario ist, desto höher ist euer Punktemultiplikator. Doch bereits die erste Karte ist auf der leichtesten Stufe eine echte Herausforderung, in dem man einige Versuche versenken wird, bevor man als Sieger hervorgeht.

Wellen aus Tod und Verderben

Optisch reißt They are Billions keine Bäume aus. Das Spiel sieht gut aus. Aber der Stil ist dabei beeindruckender als die Ausführung. Der Titel sieht zu keinem Zeitpunkt schlecht aus, aber die künstlerische Richtung sorgt für eine dichte Atmosphäre. Was hingegen fantastisch aussieht, sind die Wellen an Untoten, die gegen die Steinmauern der Kolonie prasseln. An manchen Stellen wirkt die Horde wie ein Fluss aus Körpern. Es ist hypnotisierend zu beobachten wie die Wogen aus Zombies organisch durch die Welt und Verteidigung fließt.

In Punkto Sound fährt They are Billions stimmungsvolle Hintergrundmusik, wenn die Wellen eure Kolonie angreifen, die zwar nie wirklich im Ohr bleibt, aber das Geschehen brauchbar untermalt. Die Ambient-Sounds der Untoten Horden und das regelmäßige Donnern der Horde in der Ferne sorgen für Nervenkitzel. Das Main-Theme hingegen begrüßt euch jedes mal mit einem besonders heroischem Motiv im Hauptmenü.

Fazit

Es wäre noch wichtig zu erwähnen, dass sich They are Billions, zum Zeitpunkt als ich diesen Review geschrieben habe, noch im Early Access befindet. Zuletzt wurde die Option eigene Karten und Szenarien zu erstellen und mit anderen Spielern zu teilen dem Spiel hinzugefügt.

Für mich bietet They are Billions mit seinen zufallsgenerierten Karten, und packendem Gameplay-Loop genug, dass ich selbst mit der ersten Karte des Spiels schon genug zu tun hatte, dass sich der Kaufpreis für mich gelohnt hätte. Stunden um Stunden flossen bereits in das Anfangsszenario. Bisher war es mir noch nicht möglich eine Partie zu gewinnen. Es war knapp. Sehr knapp. Aber noch keine meiner Kolonien konnte überleben. Dennoch juckt es mich in den Fingern. Ich möchte mich immer wieder in das Spiel stürzen und schauen, welche Herausforderung auf mich warten. Der Nervenkitzel der Unwissenheit, mit dem man eine neue Runde beginnt, ist Teil der Aufregung und Motivation hinter They are Billions.

Du solltest They are Billions spielen, wenn…

  • du den Spielstil von Starcraft und Starcraft: Broodwar mochtest.
  • du den Loop des Roguelike-Genres magst und damit umgehen kannst, dass manche Runden eventuell unfair ablaufen.
  • du gerne Verteidigungen planst und es in Strategiespielen bevorzugst einen defensiven Stil zu spielen.
  • du von Zombie-Spielen noch nicht die Schnauze voll hast.
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PRINNY
MÜNCHEN, DEUTSCHLAND

Mein Name ist Matthias Regge aka. Prinny. Ich schreibe über Videospiele und bizarre Dinge, die sich in meinem Kopf abspielen.

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  • Genau. Ihr dürft das Spiel gerne scheiße finden und nicht kaufen. Aber wenn es meine Entscheidung ist, dass ich es… https://t.co/XfIjN8ppsk

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